H1, H2, H3, H4, H5: Fast jeder Matratzen-Hersteller wirbt mit Härtegraden, aber kaum einer erklärt, was dahinter steckt. Das Problem: es gibt keine gesetzliche Norm. Was beim einen Hersteller H3 ist, kann beim nächsten H2 oder H4 sein. Trotzdem gibt es eine sinnvolle Orientierung, wenn man die Logik dahinter versteht.
Härtegrad-Tabelle nach Körpergewicht
Die folgende Tabelle ist die häufigste Empfehlung im deutschsprachigen Raum. Sie ist ein Startpunkt, kein Urteil.
| Härtegrad | Bezeichnung | Körpergewicht |
|---|---|---|
| H1 | weich | bis 60 kg |
| H2 | mittelweich | 60 bis 80 kg |
| H3 | mittelfest | 80 bis 100 kg |
| H4 | fest | 100 bis 120 kg |
| H5 | sehr fest | über 120 kg |
Wichtig: das ist eine Empfehlung pro Person, nicht pro Doppelbett. Wenn du und dein Partner unterschiedlich schwer seid, ist eine Matratze mit zwei verschiedenen Härtegraden in einer Liegefläche oft die bessere Wahl.
Was die Härtegrade konkret bedeuten
H1 (weich)
Tiefes Einsinken, vor allem für leichtere Personen oder ausgesprochene Seitenschläfer mit empfindlichen Schultern. Nicht geeignet für schwerere Schläfer, die liegen zu tief drin.
H2 (mittelweich)
Der häufigste Härtegrad. Genug Anpassung an den Körper, genug Stützung für die Wirbelsäule. Gut für Seiten- und Rückenschläfer mittleren Gewichts.
H3 (mittelfest)
Spürbarer Widerstand beim Hinlegen, ohne hart zu wirken. Empfehlung für Rückenschläfer ab 80 kg und alle, die einen festeren Liegekomfort bevorzugen.
H4 (fest)
Wenig Einsinktiefe. Notwendig für schwerere Personen, damit das Becken nicht durchhängt. Für leichtere Schläfer oft zu hart, kann zu Druckstellen an Schulter und Hüfte führen.
H5 (sehr fest)
Spezialhärte für sehr schwere Personen oder Bauchschläfer mit hohem Stützbedarf. In den meisten Fällen nicht nötig.
Warum Körpergewicht nicht alles ist
Die Tabelle ist eine grobe Heuristik. Drei Faktoren werden oft unterschätzt:
- Körperbau: 80 kg auf 1,90 m liegen anders als 80 kg auf 1,65 m. Eine kompaktere Statur lädt mehr Druck auf weniger Fläche.
- Schlafposition: Seitenschläfer brauchen mehr Schulter-Spielraum, Rückenschläfer mehr Lenden-Stütze, Bauchschläfer eine festere Mitte.
- Persönliches Empfinden: Manche Schläfer haben in der Tabelle „H3" stehen, fühlen sich auf einer H3 aber permanent zu hart. Wer rückenempfindlich ist, fährt oft mit einem Härtegrad weicher besser.
Zwei Härten in einer Matratze: das Wendematratzen-Konzept
Manche Matratzen, wie die HERO Matratze, haben zwei verschiedene Liegehärten in einer Matratze. Eine Seite ist mittelweich, die andere mittelfest. Du kannst die Matratze einmal im Quartal wenden und merkst selbst, was dir besser tut. Das ist gerade in der Eingewöhnungsphase nach einem Matratzenwechsel wertvoll.
Härtegrad und Schlafposition
| Schlafposition | Empfehlung |
|---|---|
| Seitenschläfer | 1 Stufe weicher als die Gewichtstabelle |
| Rückenschläfer | genau wie die Gewichtstabelle |
| Bauchschläfer | 1 Stufe fester als die Gewichtstabelle |
Welche Materialien gibt es bei welchem Härtegrad?
Härtegrad und Material sind zwei verschiedene Dinge. Eine H3-Kaltschaummatratze fühlt sich anders an als eine H3-Taschenfederkernmatratze, obwohl beide formal H3 sind. Welches Material zu dir passt, ist Thema unseres separaten Vergleichs Taschenfederkern oder Kaltschaum.
100 Nächte testen: die ehrlichste Härtegrad-Probe
Eine 5-Minuten-Liegeprobe im Möbelhaus sagt nichts über den langfristigen Liegekomfort. Erst nach mehreren Nächten weißt du, ob ein Härtegrad zu dir passt. Bei BeSports kannst du jede Matratze 100 Nächte zuhause probeschlafen. Wenn der Härtegrad nicht passt, holen wir sie zurück. Schau dir unsere Matratzen in Ruhe an, oder schreib uns deinen Schlaftyp, wir empfehlen dir die passende Härte.
